Pirmasenser Traditionsunternehmen schließt seine Pforten nach Einbruchdiebstahl

21.09.2017 // Nach einem Einbruchdiebstahl im Mai 2017 muss laut Zeitungsangaben die traditionsreiche Pirmasenser KARL REICHARDT GmbH HINTERKAPPENFABRIK ihren Geschäftsbetrieb einstellen (Quelle: Pirmasenser Zeitung vom 15.09.2017).

Bei dem Einbruch hatten die Diebe insgesamt acht Tonnen betriebswichtiger Formen aus Messing gestohlen – Altmetallwert: etwa 22.000 Euro. Ohne diese Formen konnte die KARL REICHARDT GmbH den Großteil ihrer Aufträge nicht mehr ausführen.

Eine Ersatzbeschaffung der Formen aus Italien hätte etwa 1,5 Millionen Euro gekostet. Problematischer war jedoch die lange Produktions- und Lieferzeit von zwei bis drei Jahren.

Zwar verfügte das Unternehmen wohl über eine Betriebsunterbrechungsversicherung, diese war jedoch nur für einen Unterbrechungszeitraum (sog. Haftzeit) von 12 Monaten vereinbart.

An diesem Beispiel wird einmal mehr deutlich, dass eine fundierte Beratung auf Augenhöhe für die Vereinbarung des richtigen Versicherungsschutzes unabdingbar ist. Bei der Entscheidung, ob man 12, 18, 24 oder mehr Monate Haftzeit vereinbaren möchte, kann der Preis nämlich keine Rolle gespielt haben. So hätte für das betreffende Unternehmen eine umfassende Betriebsunterbrechungsversicherung mit einer Versicherungssumme von 1 Million Euro und einer Haftzeit von 12 Monaten etwa 2.300 Euro gekostet, bei einer Versicherungssumme von 2 Millionen Euro und einer Haftzeit von 24 Monaten rund 3.000 Euro.

Bei einer Million Euro Umsatz wäre der Mehrbeitrag von rund 700 Euro wahrscheinlich zu verschmerzen gewesen – und hätte das Unternehmen womöglich vor dem Ruin bewahrt und damit 16 Arbeitsplätze gesichert. 

Unternehmen sollten also dringend darauf achten, dass Versicherungssumme und Haftzeit richtig und ausreichend bemessen sind. Die Versicherungssumme umfasst Gehälter, Mieten, Pacht, Mindestabnahmen, Grund- und Fixkosten und vieles mehr. Bei der Vereinbarung der Haftzeit sollte gründlich geprüft werden, wie lange es dauert, bis Unternehmen nach dem schlimmsten anzunehmenden Schaden wieder arbeitsfähig sind. Dabei kommt es besonders auch darauf an, in welchem Zeitraum betriebswichtige Maschinen, Formen und Werkzeuge wiederbeschafft werden können.

Sie haben bereits eine Betriebsunterbrechungs-Versicherung?

Dann stellen Sie sich die folgenden Fragen, um festzustellen, ob Ihr Versicherungsschutz auf Ihr Unternehmen zugeschnitten und auf dem neuesten Stand ist:

  • Habe ich mit meinem Versicherungsvermittler/Versicherungsmakler innerhalb des letzten Jahres eine Durchsprache meines Vertrages vorgenommen?
  • Hat er mich hinsichtlich Sicherungen, Sicherheitsvorkehrungen, Brandschutz etc. zielführend beraten?
  • Wurde die Versicherungssumme meiner BU-Versicherung spätestens innerhalb der letzten drei Jahre anhand aktueller Jahresabschlüsse neu ermittelt bzw. überprüft?
  • Ist die vereinbarte Haftzeit ausreichend? Kann ich innerhalb dieser alle betriebswichtigen Maschinen, Geräte, Teile usw. neu beschaffen?
  • Habe ich mich eingehend über Rückwirkungs- und Wechselwirkungsschäden informiert und diese bei Bedarf in meine BU-Versicherung eingeschlossen?
  • Entsprechen meine Versicherungsbedingungen dem aktuellen Stand?
  • Wurden die an mein Betriebsgebäude angrenzenden Betriebe bei Abschluss meiner Versicherung berücksichtigt? Sind hier seit der letzten Durchsprache neue Betriebe hinzugekommen bzw. bisherige Betriebe weggefallen?
  • Habe ich mein Betriebsgebäude gegen alle relevanten Gefahren versichert?
  • Habe ich Naturgefahren in meinem Vertrag abgedeckt?

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „Nein“ oder „Weiß ich nicht“ beantwortet haben, dann rufen Sie mich jetzt an unter 0621/49 66 914 oder schreiben Sie mir eine E-Mail an kontakt [at] nikki-pahl.de. Gemeinsam überprüfen wir, wie passend Ihr aktueller Vertrag ist und welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt.

Not Aus-Knopf
Wenden Sie sich vertrauensvoll an mich: 0621 / 49 66 914 kontakt [at] nikki-pahl.de