Betriebshaftpflichtversicherung - in vielen Fällen ein trojanisches Pferd

29.08.2017 // Die aktuelle KMU Studie 2017 der Gothaer Versicherung listet auf, welche Versicherungen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) für sich abgeschlossen haben:

  • Betriebshaftpflichtversicherung: 88%,
  • betriebliche Gebäudeversicherung: 65%,
  • Elektronikversicherung: 38%,
  • Betriebsunterbrechungsversicherung: 32%,
  • Geschäftsinhaltsversicherung: 31%.

Daraus lässt sich schließen, dass fast neun von zehn kleinen und mittleren Unternehmen die Bedeutung einer Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) für sich erkannt haben. 

Diese Erkenntnis ist richtig und wichtig! In Deutschland haftet derjenige, der einem Dritten einen Personen-, Sach- oder Vermögensschaden zufügt, in unbegrenzter Höhe.

Dadurch leitet sich für die Betriebshaftpflichtversicherung ab, dass die Versicherungssumme für jedes Unternehmen individuell ermittelt werden muss, da sonst eine Unterversicherung droht. Hierbei ist der wahrscheinliche Höchstschaden maßgeblich. 

Man kann also nicht pauschal davon ausgehen, dass etwa ein Handwerksbetrieb mit 30 Angestellten eine höhere Versicherungssumme benötigt als ein Bürobetrieb mit nur zwei Mitarbeitern. Der Bürobetrieb kann dann die deutlich höhere Versicherungssumme benötigen, wenn er seine Büroräume in einem großen Gebäudekomplex hat. Im Falle eines technischen Defekts zum Beispiel an einem Computer, einem Drucker oder einer Kaffeemaschine kann es zu einem Brand kommen, der sich von den Büroräumen auf weitere Teile des Gebäudes ausbreitet. Dort untergebrachte Unternehmen erleiden Schäden an ihren Waren, Vorräten und ihrer Betriebseinrichtung und haben mit einer Betriebsunterbrechung und deutlichen Umsatzeinbußen zu kämpfen. So können schnell selbst Versicherungssummen von drei Millionen Euro nicht mehr ausreichend sein.

Eine passende Betriebshaftpflichtversicherung ist jedoch noch von zahlreichen anderen Faktoren abhängig:

  • Stimmt die Betriebsbeschreibung im Versicherungsschein genau mit der tatsächlichen Tätigkeit überein?
  • Ist die Anzahl der Mitarbeiter / die Jahreslohn- und -gehaltssumme / der Jahresumsatz korrekt angegeben?
  • Werden Produkte verkauft oder hergestellt? Besteht eine erweiterte Produkthaftpflicht-Versicherung?
  • Ist die Umwelthaftpflicht- und Umweltschadens-Versicherung vereinbart und sind alle Risiken angemessen berücksichtigt?
  • Sind die Versicherungsbedingungen aktuell?

Da sich Unternehmen ständig verändern und an die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen, sollte mindestens jährlich eine gemeinsame Durchsprache der BHV (und auch der anderen Verträge) erfolgen. So kann sichergestellt werden, dass alle Verträge ständig aktuell sind und damit im Schadenfall auch greifen.

Diese jährliche Durchsprache der Betriebshaftpflichtversicherung findet in der Realität jedoch nur bei den allerwenigsten Unternehmen statt. Vielfach stellt die BHV daher sprichwörtlich ein trojanisches Pferd dar, da die Unternehmen sich in einer falschen Sicherheit wiegen. BHV ist eben nicht gleich BHV!

Weitere nützliche Informationen, Checklisten und Schadenbeispiele für verschiedenste Unternehmen finden Sie auf unserer BHV-Seite.

Für eine unverbindliche Überprüfung Ihrer Verträge verbunden mit einer professionellen Risikoanalyse Ihres Unternehmens rufen Sie mich gerne direkt unter 0621/49 66 914 an oder schreiben Sie mir eine E-Mail an kontakt [at] nikki-pahl.de.

 

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